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Asperl – Dirndl – Marille

Drei alte Kulturpflanzen in der Wachau

Zwei davon kaum bekannt, die andere heiß begehrt und viel geliebt – Exkurs in die heimische Botanik.

Asperl

Mespilus germanica, auch Mispel genannt.

Asperl

Das Kernobst aus der Familie der Rosengewächse war im Mittelalter in Süd- und Mitteleuropa stark verbreitet, heute hat sie als Kulturpflanze kaum mehr eine Bedeutung, kommt aber noch verwildert vor. Erst nach den ersten Frösten werden die Asperl bei uns geerntet. Die Frucht schmeckt aromatisch, säuerlich und eignet sich sowohl für Marmeladen als auch fürs Schnapsbrennen. Bei mir stehen im Garten zwei Bäume, aus denen ich meistens Marmelade koche.

Dirndl

Cornus mas, auch Kornelkirsche oder gelber Hartriegel genannt.

Die frühe Blüte im März macht sie zu einer wichtigen Bienennährpflanze und ist in ihrer Fülle und gelben Farbe besonders eindrucksvoll. Die Früchte haben einen großen Kern und sind erst genießbar, wenn sie vollreif und dunkelrot vom Strauch fallen. Die Ernte ist zwar mühsam weil die Dirndl aufgesammelt werden müssen – aber es zahlt sich aus! Ihr herb-, säuerlicher Geschmack macht sich besonders gut als Sirup oder  Marmelade. Ich entsafte die Dirndl und mache daraus meinen persönlichen Favoriten im Marmeladenregal – das Dirndlgelee.

Marille

Prunus armeniaca, überall sonst als Aprikose bekannt.

Marille

Archeologische Funde von Kernen datieren schon aus der Kupferzeit aus Armenien wo sie in der Antike angebaut wurde. Andere Untersuchungen vermuten ihren Ursprung in China oder Indien. Traditionelles Anbaugebiet für Marillen ist die ungarische Tiefebene, wo die Türken zur Zeit ihrer Herrschaft dort, riesige Aprikosenplantagen anlegten. Diese Gärten verödeten allerdings nach dem Abzug der Türken zu einer Sandwüste. Zum Binden des Flugsands erwiesen sich wieder Marillenbäume als besonders geeignet um den Boden zu stabilisieren. Die Kultur in der Wachau wurde erst Mittel des 19.Jahrhunderts eingeführt als die Reblaus die Weinkultur vernichtet hatte.
Der Erntezeitraum erstreckte sich über mehrere Wochen (Ende Juni bis Ende Juli).
Bei mir im Garten sind verschiedene Sorten gesetzt. Nacheinander reiften die Frühe Ananas Marille, die Ungarische Beste, dann die Klosterneuburger und Kremser Marille, später die kleineren Rosen Marillen und die Späte Wachauer Gelbe Ananasmarille. Jede Sorte hat ihre Eigenheiten in Aroma, Fleischigkeit, Mehligkeit, Größe, Haltbarkeit und Farbe. 
Sind die Marillen geerntet, muss es schnell gehen: die sensible Frucht wird sofort weiter verarbeitet und zu fein fruchtiger Marmelade gekocht.